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Durch das Bruch zur Oder
Der Nationalpark "Unteres Odertal" wurde auf Betreiben von Michael Succow , einem Naturfreund und Träger des "Alternativen Nobelpreises" (geboren in Lüdersdorf, der Nachbargemeinde von Stolzenhagen ) gegründet.
Das Anliegen war die Kulturlandschaft der Oderniederung von Hohensaaten bis Stettin in ihrer heutigen Ursprünglichkeit zu bewahren. Der Nationalpark ist noch nicht vollendet. Es gibt eine Reihe von Vertretern der Vorstellung, es sollte alles naturbelassen werden, also extrem formuliert: die Oderdämme sind zu schleifen und die gesamte Oderniederung in den Zustand zu versetzen, die es vor den Deichbauarbeiten von Friedrich II. hatte.
Es soll aber nach etlichen Querelen und letztlich Einigung mit den betroffenen Landwirten bei der naturnahen Kulturlandschaft bleiben.
Obwohl in den mäandernden Oderarmen der Niederung zur Zeit der ursprünglichen Oder ein ausserordentlicher Fischreichtum anzutreffen war, entbehrte dieses Land doch der Vielfalt, die es heute aufweist. (Der Ertrag am Fischfang in dieser Gegend war so groß, daß man Quappen -einem mit dem Wohlgeschmack des Aales gleichkommenden Fisch- als Fackel zur Straßenbeleuchtung benutzte.)
Sicher, mit Bisons und Wölfen , Dammhirschen und Elchen , eventuell mit Bären wäre ein Gleichgewicht in der Natur zu erreichen , aber dafür ist der Nationalpark zu klein.


Das wichtigste des Nationalparkes ist die Oderniederung – das Bruch.
Ehm Welk, ein verehrter Dichter der Uckermark und Autor der "Heiden von Kummerow", beschrieb das Bruch so: "Weit, unendlich weit lag das Bruch gebreitet. Nebel stand nicht darauf, nur ein schwacher Dunst. Nun der Mond höher gekommen war, leuchtete er silbern statt rot, und deutlich waren die großen Pappeln weit hinten im Bruch zu erkennen. Und endlich kam auch ein Ton über das Bruch daher. Eine Krickente war es wohl nur, doch ihr wohliger Ton trug auf dem flaumigen Rücken einen dunklen Laut aus dem moorigen Wasser des Bruchweihers mit.

Es ist beeindruckend, man steht auf einem der Wege in den Wiesen und das Land breitet sich ebenmäßig bis an die Ränder der Oderniederung aus. Unterbrochen von alten knorrigen Weiden ist das flache Bruch mit Leben erfüllt. Auf der Koppel grasen Kühe, dahinter (im Herbst) hat sich ein Schwarm Kraniche auf seinem Flug nach Süden niedergelassen. Im Maisfeld kann man einen saftigen jungen Kolben rauben und dann verzehren. Auf einem gerade gepflügten Feld sucht ein Storchenpaar nach Würmern.

Vom Oderdamm sieht man Graureiher, und je nach vorherigen Wetter eine mehr oder minder Wasser führende Oder. Irgendwo bellt ein Fuchs aber er ist nicht auszumachen.

Inzwischen sehen wir die Kirchtürme von Stolzenhagen und Lunow am westlichen Horizont und halten auf den stolzenhagener zu, weil dort unser Gefährt steht, welches uns in diese schöne Gegend gebracht hat.